Dienstag, 15. Mai 2012

Zeit zum Abheben

Es ist ja nicht so, dass ich Freds ganze Aufmerksamkeit  brauche, aber ein Anteil zu haben, ist meiner Meinung nach schon wichtig in einer Beziehung.
Er interessiert sich ja nicht einmal dafür, ob ich zu ihm komme oder aber nicht. Er wendet einfach seinen Blick ab und beschäftigt sich weiter mit seinem bekackten Kartenspiel.
Ich komme mir nirgends willkommen vor. Zuhause muss ich mich unnatürlich schweigsam stellen, damit ich meiner Mutter keine weiteren Möglichkeiten gebe, mich und meine Geburtstagskuchen, die viel Zeit in Anspruch genommen haben, weiterhin zu ignorieren. Fred interessiert sich sowieso nur für sich. Und wenn man versucht nach draußen zu fliehen, schauen einen tausende Menschen im Vorbeigehen an, als hätte man irgendeine aussätzige Krankheit. Dabei ist man nur traurig. Abgeschiedenheit und Melancholie zählen in dieser Gesellschaft als Krankheit. In dieser Gesellschaft! Diese blöde Gesellschaft, die ich ja so sehr hasse. Wenn sie helfen sollte, schaut sie weg, und wenn man allein gelassen werden will, glotzen sie sich die Glubscher aus dem Kopf. Manchmal wünscht man sich einfach, alle Geräusche der Zivilisation abschalten zu können.

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